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DIE RACHE DES HEXERS AM BUCKLIGEN VON SCHLOSS DARKWOOD
Die Edgar Wallace Filme 1959 – 72
Text: Bernd Gastner
Layout: Sven Krischan
I. "SO ETWAS KÖNNEN WIR DOCH BESSER ! "
Das bundesdeutsche Kino in den 50er Jahren war noch geprägt
von Heimatschnulzen, Schlagerfilmchen und Vergangenheitsbewältigungsversuchen.
Action, Thriller oder Western kamen aus den USA, für körperbetontes Kino war
hier noch kein eigenes Plätzchen eingerichtet. Doch das sollte sich ändern.
Ende 1958 sahen die Verantwortlichen der RIALTO – FILM und des CONSTANTIN
– VERLEIHS, der Däne Preben Philipsen sowie Waldfried Barthel die englische
Wallace-Adaption THE RINGER (DER HEXER, GB 1952, Regie: Guy Hamilton), um
sie in ihr Programm aufzunehmen.
Der Streifen konnte die Erwartungen jedoch nicht erfüllen,
so daß beide nach der Vorführung sagten: "Das können wir doch besser produzieren!" Damit schlug
die Geburtsstunde der deutschen Wallacefilme, die in den kommenden 13 Jahren
mehr als 30 Werke in die Kinos spülen sollte.
II. VON SÜDAFRIKA ZU KING KONG
Der Autor Edgar Wallace wurde am 1. April 1875 in Greenwich geboren. Als Kind adoptiert, trieb er sich viel auf der Straße herum, verkaufte Zeitungen und schaffte es, sich vom einfachen Handlanger zum Journalisten emporzuarbeiten.
Er berichtete aus Südafrika vom Burenkrieg, verfasste Gedichte und begann seine Erfahrungen in die Afrikaromane ("Sanders") umzuarbeiten. 1904 entstand sein erster Kriminalroman (Die 4 Gerechten), dem bis zu seinem Tod mehr als 150 Bücher und Bühnenstücke folgen sollten. Wallace, Workaholic und Kettenraucher, gönnte sich selten Ruhe und schrieb manchen Roman in nur wenigen Tagen, was der Qualität beizeiten abträglich war. Anfang 1932 folgte er dem Ruf nach Hollywood, um ein Filmskript auszuarbeiten, das noch heute den von ihm erfundenen Titel trägt: KING KONG. Leider verstarb Edgar Wallace am 10.2.1932 während dieser Tätigkeit an einer Lungenentzündung, er wurde nach England überführt und dort beerdigt. Eine Gedenktafel in der Fleet Street, dem Londoner Zeitungsviertel, erinnert noch heute an den großen Journalisten, Herausgeber und Schriftsteller.
III. HIER SPRICHT EDGAR WALLACE
Alle 32 Filme der RIALTO / CONSTANTIN, schön der Reihe nach:
1.
DER FROSCH MIT DER MASKE
(D/DK 1959, Regie: Harald Reinl)
mit Siegfried Lowitz, Joachim Fuchsberger, Eva Anthes, Eddie
Arent
Inhalt: Die Froschbande terrorisiert London und Inspector Elk muß seine ganze Kunst aufbieten, die Bösewichter zu fassen...
Wie schon oben erwähnt, entstand die Idee zu den Wallaceverfilmungen Ende 1958, so daß Preben Philipsen im Feb. 1959 in London mit Penelope Wallace Tochter und Rechteinhaberin, darüber verhandelte. Diese stimmte zu, 2 Bücher verfilmen zu lassen, mit der Option auf weitere. Da im Goldmann Verlag DER FROSCH.. als Nr. 1 veröffentlicht wurde, lag es nahe, auch die Leinwandumsetzungen mit diesem zu beginnen. In Kopenhagen (und einigen Außenaufnahmen Londons) entstand so von April bis Juni 1959 dieser Streifen unter der Regie des bewährten Harald Reinl (siehe dazu Anhang), der auch später bei den May-Western seine Hände entscheidend im Spiel hatte. DER FROSCH.. ist ein spannendes, gut photografiertes Stück Krimi geworden, wenn auch der Roman wie bei allen weiteren Werken geändert und gestrafft werden mußte. Trotzdem war der Grundstein erfolgreich gelegt und mit über 3 Mio. Besuchern klingelte auch die Kinokasse, so daß die Produktion weiter gehen konnte.
2.
DER ROTE KREIS
(D/DK 1959/60, R: Jürgen Roland)
mit Karl G. Saebisch, Renate Ewert, Klausjürgen
Wussow, Eddie Arent
Inhalt: Scotland Yard kommt bei den Ermittlungen gegen die Verbrecherbande "Roter Kreis" nicht weiter, so wird auf Druck der Öffentlichkeit ein Privatdetektiv eingeschaltet...
Mit dem ROTEN KREIS gelang dem TV-"Stahlnetz"
erprobten Jürgen Roland ein spannender Debütfilm, der den Zuseher munter miträtseln
lässt, wer denn nun der Kopf der Mörderbande ist. Saebisch ersetzt Lowitz
als Yard-Inspector (sein einziger Wallace) und mit Renate Ewert agiert eine
der damals besten Schauspielerinnen, leider nahm diese sich im Dez. 1966 im
Alter von nur 31 Jahren mit Schlaftabletten das Leben. Kleiner Gag am Rande:
Roland wählte am Beginn als Titelhintergrund ...ein Stahlnetz!!
Nach Abschluß dieses Films sicherten sich Barthel und Philipsen bei Penelope
Wallace die Rechte an allen noch verfügbaren Romanen. 2 waren allerdings schon
veräußert, dazu später mehr.
3. DIE BANDE DES SCHRECKENS
(D 1960, R: Harald Reinl)
mit Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Fritz
Rasp, Eddie Arent
Inhalt: Ein gehenkter Verbrecher nimmt späte Rache an allen, die ihn damals vor Gericht belasteten. Inspector Long kommt dem Geheimnis auf die Spur...
Trotz der eher durchschnittlichen Vorlage schafft es Reinl mal wieder, Spannung und Tempo einzubringen, was den Streifen auch heute noch sehenswert macht. Der im Sommer 1960 in Hamburg und Schleswig Holstein gedrehte Film besticht durch das Paar Fuchsberger/Dor (damals Reinls Ehefrau), die noch mehrfach gemeinsam auftreten sollten. Mit DER BANDE.. beendete Herstellungsleiter Helmut Beck sein Engagement bei RIALTO und ab dem nächsten Film erschien ein neuer Name auf der Leinwand: Horst Wendlandt, der ende August 2002 80jährig verstarb.
4.
DER GRÜNE BOGENSCHÜTZE
(D 1962, R: Jürgen Roland)
mit Gert Fröbe, Karin Dor, Klausjürgen
Wussow, Eddie Arent
Inhalt: Auf Garre Castle, Wohnsitz eines US-Millionärs, geht ein unheimlicher Mörder um, der seine Opfer mit Pfeil und Bogen ins Jenseits befördert...
Obwohl als Herstellungschef benannt, konnte Horst Wendlandt erst 6 Wochen nach Drehbeginn des BOGENSCHÜTZEN seinen Dienst antreten, da er noch bei der Konkurrenz (der CCC-Film Arthur Brauners) beschäftigt war. Diese fehlende, ordnende Hand merkt man dem Film dann auch an. Zu langatmig und spannungsarm wurde die Sache umgesetzt, zudem verkrachten sich Wendlandt und Roland auch noch, so daß sowohl Regisseur wie Drehbuchautor Wolfgang Menge ihre Wallacetätigkeit für beendet erklärten. Gert Fröbe spielt natürlich mal wieder alle an die Wand, was diesen Film dann doch noch vor dem Mittelmaß rettet.
5. DIE TOTEN AUGEN VON LONDON
(D 1962, R: Alfred Vohrer)
mit Joachim Fuchsberger, Karin Baal, Dieter
Borsche, Klaus Kinski
Inhalt: Mehrere reiche Ausländer werden in London Opfer mysteriöser "Unfälle". Die Spur führt Inspector Holt in das Blindenheim von Reverend Dearborn...
Wiederum müssen Hamburgs Straßen und Hafenanlagen für London herhalten, um in Vohrers Serieneinstand Schauplatz düsterer und unheimlicher Vorgänge zu sein. Dem Regisseur stand ein sehr gutes Ensemble zur Verfügung, unterstützt durch seinen Stammkameramann Karl Löb, um aus der Vorlage einen hervorragenden Film zu machen. 13 weitere Wallacekrimis sollten für Vohrer noch folgen, der sein Metier meist routiniert, oft aber auch inspiriert beherrschte. Im Kino konnten die Zuseher damals die Titelschrift übrigens in Farbe bewundern, was uns bisher bei allen S/W - Fernsehausstrahlungen aus unerfindlichen Gründen versagt blieb.
6.
DAS GEHEIMNIS DER GELBEN
NARZISSEN
(D/GB 1961, R: Akos von Rathony)
mit J. Fuchsberger, Sabina Sesselmann,
K. Kinski, Christopher Lee
Inhalt: Ein Mörder geht um, der seine Opfer auf gelbe Narzissen bettet. Der Yardbeamte erhält bei den Untersuchungen Hilfe von 2 Detektiven...
Als deutsch-britische Coproduktion entstanden, wurde der Film in zwei Fassungen gedreht. Einige Schauspieler treten nur in der dtsch. Version auf und wurden für die britische durch andere ersetzt. Chris Lee und der stets undurchsichtige Albert Lieven agieren herausragend, was aus den NARZISSEN ein echtes Highlight der Serie macht. Auch wurde erstmals in London selbst gedreht, was endlich eine "echte" englische Atmosphäre aufkommen lässt. Im Übrigen Akos v. Rathonys einziger Wallace, der in London und Hamburg lebende gebürtige Ungar starb 1969.
7. DER FÄLSCHER VON LONDON
(D 1961, R: Harald Reinl)
mit Karin Dor, Hellmut Lange, Siegfried Lowitz, Eddie Arent
Inhalt: Unschuldig Verdächtigter muß sich gegen Scotland Yard und einen auch vor Mord nicht zurückschreckenden Banknotenfälscher zur Wehr setzen...
Profi Reinl in seinem Element, der FÄLSCHER ist für die Wallaceserie beispielhaft: Düstere Geheimnisse, gefährliche Verbrecher, routinierte Yardbeamte und unvorhersehbare Drehbuchwendungen mit der abschließenden Demaskierung des Oberbösewichts - so lieben die Zuschauer "ihren" Wallace. Das hier zu sehende unheimliche Schloß steht übrigens in Westfalen und diente, gefilmt aus anderem Blickwinkel, auch noch als Kulisse für den SCHWARZEN ABT.
8. DIE SELTSAME GRÄFIN
(D 1962, R: Josef, von Baky)
mit J. Fuchsberger, Lil Dagover, K. Kinski, E. Arent
Inhalt: Die junge Margaret entgeht in London nur knapp mehreren Mordanschlägen, so wechselt sie als Sekretärin auf ein Landschloß. Doch diese Entscheidung erweist sich als schwerer Fehler...
Trotz der beeindruckenden Schauspielergilde (neben UFA-Altstars wie Dagover und Marianne Hoppe auch Wallaceprofis) flacht dieser Film doch gegenüber seinen Vorgängern stark ab. Zu theatermäßig und auch langweilig geht die Handlung voran, rechte Spannung will einfach nicht aufkommen. Regisseur Baky erkrankte zudem während des Drehs, so daß Jürgen Roland auf Bitten des CONSTANTIN-Chefs Gerhard Hummel den Streifen beendete.
9. DAS RÄTSEL DER ROTEN ORCHIDEE
(D 1962, R: Helmut Ashley)
mit C. Lee, Marisa Mell, Adrian Hoven, K. Kinski, E. Arent
Inhalt: FBI-Mann und Yard-Inspector jagen den Kopf einer Erpresser und Mörderbande...
Mit ordentlichem Tempo und viel Humor in Szene gesetzt, kann Wallace Nr. 9 durchaus überzeugen, was vor allem an Lee und Butler Arent liegt, der sich nach dem Ableben seiner Arbeitgeber ständig eine neue Stelle suchen muß. Leider Regisseur Ashleys einziger Ausflug in die Serie, Wendlandt wollte ihn nach scheinbar unkonzentrierter Arbeitsweise am Set (er kümmerte sich offenbar mehr um seine Hunde) nicht noch einmal beschäftigen.
10. DIE TÜR MIT DEN 7 SCHLÖSSERN
(D/F 1962, R: Alfred Vohrer)
mit Heinz Drache, Sabina Sesselmann, K. Kinski, E. Arent, S.
Schürenberg
Inhalt: Ein verstorbener Lord hinterlässt 7 Schlüssel, die ein Versteck öffnen, in dem ein Vermögen liegt. Doch wo Reichtum wartet, lauert auch ein Mörder...
Heinz Drache, durch den TV-Krimimehrteiler DAS HALSTUCH bekanntgeworden, in seinem ersten Wallaceeinsatz, ebenso wie Siegfried Schürenberg als trotteliger Yardchef Sir John. Leider war die Drehbuchvorlage durch viele Hände gegangen, was die Weisheit "Viele Köche verderben den Brei" bestätigt. Spannungsarmut und gepflegte Langeweile machen sich häufig breit, der Regisseur kann es wesentlich besser, was der nächste Film beweist.
11.
DAS GASTHAUS AN DER THEMSE
(D 1962, R: Alfred Vohrer)
mit J. Fuchsberger, Brigitte Grothum, Elisabeth Flickenschildt,
K. Kinski, E. Arent, S. Schürenberg
Inhalt: Ein Mörder, genannt DER HAI, geht in London um. Die Spur führt in die Hafenkneipe "Mekka", wo scheinbar alle Fäden zusammenlaufen...
Der Hamburger Hafen diente als Kulisse für dieses spannende, mit Augenzwinkern gedrehte Stück Krimikost. Die exzellente Besetzung (Sir John zum 2.!) aus bekannten Wallacestars und neuen Gesichtern (die Flickenschildt als singende Kneipenwirtin!!) machten aus diesem Streifen mit damals unglaublichen 3,6 Mio. Kinobesuchern den erfolgreichsten der gesamten Serie. Auch heute noch trägt die stimmige Atmosphäre und undurchschaubare Handlung viel zum ungetrübten Spaß bei.
12.
DER ZINKER
(D/F 1963, R: Alfred Vohrer)
mit H. Drache, Barbara Rütting, K. Kinski, E. Arent, S. Schürenberg
Inhalt: Scotland Yard auf der Jagd nach dem Zinker, der von allen Verbrechern einen Beuteanteil fordert oder der Polizei Hinweise zu geben droht...
Erstmals startet ein Wallacekrimi mit den berühmten Schüssen, den Blutflecken und der düsteren Stimme "Hallo, hier spricht Edgar Wallace!" Leider besticht Nr. 12 mehr durch die gelungene Besetzung als durch wirklich gute Drehbucheinfälle. Kinski ist wie immer der Undurchschaubare (der selten einen Wallace überleben darf), Drache der souveräne Ermittlungsprofi und Arent sorgt wieder für die Lacher, also nichts wirklich Neues.
13. DER SCHWARZE AST
(D 1963, R: Franz Josef Gottlieb)
mit J. Fuchsberger, D. Borsche, Grit Böttcher, K. Kinski, E.
Arent
Inhalt: In der Abtei Fossaway geht ein maskierter Killer um, dem mehrere Menschen zum Opfer fallen...
Regisseur Gottlieb, für den Konkurrenzwallace FLUCH DER GELBEN SCHLANGE bei Brauners CCC-Film verantwortlich, wurde von Wendlandt für die eigene Serie verpflichtet, da die RIALTO immer nach Abwechslung suchte. Er machte seine Sache gar nicht schlecht, wenn auch Reinl oder Vohrer sicherlich mehr aus dem Stoff hätten herausholen können. Dennoch bleibt für Fans genügend Positives übrig, wozu auch das unheimliche Set und die gute Kameraarbeit von Richard Angst beitragen.
14.
DAS INDISCHE TUCH
(D 1963, R: Alfred Vohrer)
mit H. Drache, Corny Collins, K. Kinski,
E. Arent, Hans Clarin
Inhalt: Die Erben eines schottischen Lords müssen 6 Tage auf dessen Schloß verbringen, in dem ein Mörder nach und nach die Reihen lichtet...
Wallace goes Agatha Christie könnte man überspitzt formulieren, denn das INDISCHE TUCH (die Mordwaffe) ist nichts anderes, als eine Version der "10 kleine Negerlein" - Geschichte Christies. Ausschließlich im Studio gedreht kann der Film dann auch nicht wirklich überzeugen, wenn auch die Suche nach dem Täter (dem fast die gesamte Besetzung zum Opfer fällt) durchaus spannende Momente aufweist. Durchschnitt.
15.
ZIMMER 13
(D/F 1964 R: Harald Reinl)
mit J. Fuchsberger, K. Dor, E. Arent, H.
Clarin, S. Schürenberg
Inhalt: Gangster Joe plant im Zi. 13 eines Nachtclubs mit seiner Bande einen Überfall. Ein Rasiermesserkiller und ein Detektiv spielen dabei noch eine Rolle...
Hier zeigt sich, wie schnell das Kommerzkino auf die Realität reagiert. Der englische Postzugraub vom Aug. 1963 wird flugs in eine Wallacetypische Rahmenhandlung gepackt, fertig ist der neue Film. Siegfried Schürenberg hat als Sir John wieder denkwürdige Auftritte, ebenso wie Eddie Arent als Polizeiarzt. Alles in allem besser als seine 3 direkten Vorgänger, seltsam anmutend die damalige FSK-Freigabe erst "ab 18".
16. DIE GRUFT MIT DEM RÄTSELSCHLOSS
(D 1964, R: F. J. Gottlieb)
mit Harald Leipnitz, Werner Peters, K.
Kinski, E. Arent, S. Schürenberg
Inhalt: Ein Spielhöllenbetreiber hat sein Vermögen in einer Gruft versteckt und eine Alleinerbin eingesetzt. Auf das Geld haben es aber noch mehr Leute abgesehen...
Nicht gerade der beste Wallace, auch kommerziell damals durchgefallen, als schlechte Kritiken über den Tod des Helden Leipnitz kurz vor Schloß herzogen. Doch trotzdem sehenswert, weil echte Londonaufnahmen viel Flair einbringen und die Besetzungsliste gute Leistungen sowie viel Humor verspricht.
17.
DER HEXER
(D 1964, R: Alfred Vohrer)
mit J. Fuchsberger, H. Drache, Sophie Hardy, D. Lowitz, E. Arent
Inhalt: Die Schwester des gesuchten Hexers ist ermordet worden, so daß dieser nach London kommt, um Rache zu nehmen. Fieberhaft sucht Scotland Yard den Mann, doch der ist schlau...
TV-Autor Herbert Reinecker ("Derrick" u.v.m.) werkelte an diesem Drehbuch mit, um den berühmtesten Wallaceroman auf die Leinwand zu bringen. Natürlich mußte ein neues Ende her, da die Identität des Romanhexers ja vielen Lesern bekannt war. Die letzten Seiten des Scripts schloß Horst Wendlandt persönlich im Safe ein (mit dem Rätselschloß?), um ein Bekanntwerden das verblüffenden Endes zu verhindern. Der HEXER gehört wegen seines hervorragenden Drehbuchs und der erlesenen Besetzung zu den 3 besten Filmen der Serie.
18.
DAS VERRÄTERTOR
(D/GB 1964, R: Freddie Francis)
mit Albert Lieven, Margot Trooger, K. Kinski,
E. Arent
Inhalt: Ein Londoner Geschäftsmann will die Kronjuwelen aus dem Tower stehlen...
Um an Orginalschauplätzen drehen zu können, mußte wieder eine Coproduktion mit einer englischen Firma eingegangen werden, zudem engagierte man noch einen britischen Regisseur, den HAMMERerfahrenen Francis. Leider schafften es weder die guten Schauspieler noch das Drehbuch aus dem Streifen eine echte Granate werden zu lassen. Zu langatmig geriet diese TOPKAPI-Variante, zudem fehlte der typische Wallacetouch.
19.
NEUES VOM HEXER
(D 1965, R: Alfred Vohrer)
mit H. Drache, Barbara Rütting, K. Kinski,
E. Arent, S. Schürenberg
Inhalt: Der "echte" Hexer muß einen Mörder zur Strecke bringen, der sich seines Namens bemächtigt und die Erben eines reichen Lords dezimiert...
Obwohl der Hexer-Erfahrene Herbert Reinecker
wieder das Drehbuch beisteuerte, bleibt dieser Nachfolger doch weit hinter
den Erwartungen zurück. Ohne echte Höhepunkte plätschert das Geschehen dahin,
die Besetzung reiht sich nichtssagend ein, zudem wird am Ende ein bis dahin
nicht vorkommender Täter entlarvt - wahrlich keine Meisterleistung.
2 kleine Gastauftritte sind noch erwähnenswert: Regisseur Vohrer ist als Hotelconcierge
zu sehen und der bei vielen Wallacekrimis für die Bauten verantwortliche Wilhelm
Vorwerg lässt als Lord Curtain sein Leben.
20.
DER UNHEIMLICHE MÖNCH
(D 1965, R: Harald Reinl)
mit H. Leipnitz, K. Dor, Ilse Steppat,
E. Arent, S. Lowitz, S. Schürenberg
Inhalt: Ein reicher Lord bestimmt seine Enkelin zur Alleinerbin während ein Mönch Familienmitglieder und Schülerinnen eines Pensionats aufs Korn nimmt...
Gleich dreimal zum Letzten: Reinls letzter Wallace ebenso wie Karin Dors und der letzte S/W - Film der Reihe. Der MÖNCH stellt sicherlich den besten Beitrag des Regisseurs dar, ein durchdachtes Script sowie Ernst W. Kalinkes Kamerafahrten in dem unheimlichen Schloß (Hastenbeck bei Hameln) lassen einen echten quell der Freude sprudeln. Wilhelm Vorwerg darf als Notar gleich zu Beginn mal wieder sein Leben aushauchen und ein neues Gesicht ist zu entdecken: Uschi Glas.
21.
DER BUCKLIGE VON SOHO
(D 1966, R: Alfred Vohrer)
mit Günther Stoll, Pinkas Braun, E. Arent,
Monika Peitsch, S. Schürenberg
Inhalt: Auf Schloß Castlewood, in dem auch ein Mädchenheim untergebracht ist, geschehen mehrere Morde. Insp. Hopkins und Sir John ermitteln...
Der erste Farbfilm der Serie präsentiert mit G. Stoll einen neuen Inspector, es sollte allerdings seine einzige Hauptrolle bei 4 Auftritten bleiben. Der Darsteller spielte noch bei DERRICK einen Assistenten, ehe er 52jährig 1977 verstarb. Reineckers Drehbuch kann hier ebenso begeistern wie die gut aufgelegte Schauspielertruppe: Eddie Arent diesmal als zwielichtiger Pfarrer, S. Schürenberg trifft als Sir John auf seinen zukünftigen Nachfolger Hubert von Meyerinck (3 x als Sir Arthur zu sehen) und auch Günther Stoll macht seine Sache erstaunlich gut. Zum ersten Mal ist Ilse Page zu entdecken, hier noch als Opfer des Killers, später macht sie sich als Sekretärin Mabel Finley für Sir John / Arthur unverzichtbar.
22.
DAS GEHEIMNIS DER WEISSEN NONNE
(GB/D 1966, R: Cyril Frankel)
mit Stewart Granger, Sophie Hardy, Brigitte
Horney, E. Arent
Inhalt: Neben einem Mörder hat es Insp. Smith auf Emberday Hall (samt Kloster) noch mit einer Räuberbande zu tun...
Dieser mit 4 Mio. DM teuerste Wallacekrimi wurde ausschließlich in England gedreht und kann durchaus überzeugen. Stewart "Old Surehand" Granger brilliert als Ermittler, die hübschen Susan Hampshire und Sophie Hardy (Winnetou 3) sowie Eddie Arent in seinem letzten Serienauftritt runden das gute Gesamtbild ab. Rundum ein ansehbarer Streifen, bei dem der bisher gepflegte Stil leider zu weit in den Hintergrund rückt.
23.
DIE BLAUE HAND
(D 1967, R: Alfred Vohrer)
mit H. Leipnitz, K. Kinski, Carl Lange,
Ilse Steppat, S. Schürenberg
Inhalt: Auf Schloß Emerson geht nach dem Ausbruch von Dave Emerson aus einer Heilanstalt alles drunter und drüber. Ein Mörder mit einer Stahlklaue macht die Gemäuer unsicher...
Mit diesem spannenden Thriller übernahm Vohrer das alleinige Zepter der Regie für insgesamt 6 Filme in Folge, was die wohl ungewöhnlichsten aber auch vergnüglichsten Werke zu Tage brachte. Kinski glänzt hier in einer Doppelrolle am Rande des Wahnsinns, Carl Lange spielt einen dämonischen Arzt, mit Leipnitz und Schürenberg ist der Yard kompetent vertreten. Die junge Diana Körner gibt ihr Spielfilmdebüt und Ilse Steppat weiß als Lady Emerson zu begeistern. Auch die Aufklärung des Falls kann überraschen, als auch Butler Anthony (herrlich: Albert Bessler) seinen Teil dazu beiträgt. Wirklich sehenswert.
24.
DER MÖNCH MIT DER PEITSCHE
(D 1967, R: Alfred Vohrer)
mit J. Fuchsberger, S. Schürenberg, Uschi
Glas, Ilse Page, G. Böttcher
Inhalt: In einem Internat treibt ein maskierter Killer sein Unwesen. Die Lösung des Falls treibt Insp. Higgins und Sir John mehr als eine Schweißperle auf die Stirn...
Vohrers Farbremake von Reinls UNHEIMLICHEM MÖNCH, sozusagen, den wenigsten Fans gefallen dabei beide Werke gleich gut. S/W-Puristen neigen eher der Reinlschen Fassung zu, Freunde stimmungsvollen und farbenprächtigen Grusels bevorzugen diese Version. Wie auch immer, der MÖNCH bietet neben Wallacestars auch die gemütliche Atmosphäre vorangegangener Werke, der Zuseher fühlt sich schnell heimisch. Nebenbei darf fleißig über die Identität des Kapuzenmanns mitgeraten werden - überraschende Auflösung inklusive. Der herrlich-überdrehte Siegfried Schürenberg macht die Freude perfekt.
25.
DER HUND VON BLACKWOOD CASTLE
(D 1967, R : Alfred Vohrer)
mit H. Drache, Karin Baal, Horst Tappert,
S. Schürenberg, Ilse Pagé
Inhalt: Auf Blackwood Castle geschehen seltsame Dinge, mehrere Menschen verlieren ihr Leben. Die Lösung des Rätsels liegt in der Vergangenheit...
Vohrer übernahm eher zufällig die Regie dieses Streifens, da er im Gegensatz zum eigentlich eingeplanten Reinl durch die Verschiebung eines Projekts gerade Zeit hatte. Es sollte der 6. und letzte Auftritt Heinz Draches werden, auch der letzte von S. Schürenberg als Sir John für lange Zeit. Horst Tappert gibt seinen Serieneinstand als zwielichtiger Fairbanks. Das gute Buch Reineckers um die gruselige Story machen aus diesem 25. Wallace ein echtes Highlight. Ein Wort noch zu den Nebenrollen: Man entdeckt immer wieder die gleichen Gesichter wie die von Uta Levka, Agnes Windeck, Otto Stern und deren viele mehr. Ein Dank ergeht hier an all diese Schauspieler, die aus Wallace erst etwas Familiäres und Unverkennbares machten.
26.
IM BANNE DES UNHEIMLICHEN
(D 1968, R: Alfred Vohrer)
mit J. Fuchsberger, Siv Mattson, Wolfgang
Kieling, H. v. Meyerinck
Inhalt: Bei der Beerdigung Sir Olivers von Crowfield ertönt plötzlich dessen unheimliches Gelächter. Das ist aber nur der Anfang einer beispiellosen Mordserie...
Und wieder sorgt ein Maskierter für die Reduzierung der Besetzungsliste, die Wiederholung dieser an sich stereotypen Formel aber bietet Vohrer Gelegenheit, alle Register seiner Kunst zu ziehen. Die Schwedin Siv Mattson gehört zweifellos neben Karin Dor und Renate Ewert zu den begabtesten Darstellerinnen der Serie. Hubert von Meyerinck ist hier zum ersten Mal als schrulliger Sir Arthur zu bewundern und auch die Nebenrollen sind allesamt sehr gut besetzt. Noch einmal spannende Unterhaltung auf höchstem Niveau, doch von nun an gings bergab.
27.
DER GORILLA VON SOHO
(D 1968, R: Alfred Vohrer)
mit H. Tappert, Uschi Glas, Uwe Friedrichsen, H. v. Meyerinck
Inhalt: Reiche Ausländer werden in London Opfer seltsamer Unfälle, die Spur führt zu einem Verein und einem Mädchenheim...
Wem diese Handlung irgendwie bekannt vorkommt, fühlt sich bestimmt an die TOT TOTEN AUGEN VON LONDON erinnert. Tatsächlich waren 1968 mehrere Drehbücher fertiggestellt oder in Arbeit, keines davon fand jedoch schlußendlich Gefallen, so daß Vohrer und Wendlandt unter dem Pseudonym Freddy Gregor ein eigenes Script erarbeiteten. Das Ergebnis ist dementsprechend: Wirr und spannungsarm, wenn auch alle Darsteller durchweg gute Leistungen abliefern. Herbert Fux zieht als Sugar alle schmierigen Register, Uwe Friedrichsen hingegen nervt als ständig den Feierabend herbeisehnender Assistent und auch die fadenscheinige Schlußpointe entbehrt doch arg bisher Gewohntem. Die Luft war raus.
28.
DER MANN MIT DEM GLASAUGE
(D 1968, R: Alfred Vohrer)
mit H. Tappert, Karin Hübner, Fritz Wepper, H. V. Meyerinck
Inhalt: Ein Mörder schleicht mal wieder durch die Gegend. Insp. Perkins nebst Assistent ermitteln...
Immerhin bietet dieser Streifen das erste Aufeinandertreffen von Horst Tappert und Fritz Wepper, ansonsten macht sich doch allzuviel Routine breit. Stefan Behrens als Ersatz für Friedrichsen nervt beinahe noch mehr wie sein Vorgänger, während Hubert v. Meyerinck (1896-1971) in seinem 3. und letzten .Einsatz als Sir Arthur für echte Heiterkeit sorgt. Der geneigte Zuschauer erkennt viele bekannte Gesichter (aber auch neue wie Iris Berben) und Vohrer gibt sich alle erdenkliche Mühe, den Spannungsaufbau voranzutreiben. Das hilft dem GLASAUGE zwar noch über die Ziellinie, wenn auch des Regisseurs 14. und letzter Einsatz in der Serie einen würdigeren Abschied verdient hätte.
29.
DAS GESICHT IM DUNKELN
(BRD/I 1969, R: Riccardo Freda)
mit K. Kinski, Margaret Lee, Christiane Krüger, G. Stoll
Inhalt: John Alexander glaubt nicht an den Unfalltod seiner Frau Helen, er entdeckt ein teuflisches Komplott...
Das kommt dabei heraus, wenn man aus einem deutschen Erfolgsprodukt ein internationales Geschäft machen will. Als Coproduktion mit Italien und Klaus Kinski in der Titelrolle sollten ausgetretene Pfade verlassen werden, doch das Ergebnis war keinesfalls zufriedenstellend. Regieveteran Freda konnte aus dem an sich guten Drehbuch keinen auch nur ansatzweise spannenden Thriller basteln, trotz der guten Besetzung. Haarsträubend billig die Tricksequenz des Auto-Zug-Crashs, offensichtlich auf der Modellbahnanlage eines Stabmitglieds gedreht. Typischer Italoschrott, von Wallacefeeling keine Spur.
30.
DIE TOTE AUS DER THEMSE
(D 1971, R Harald Philipp)
mit Hansjörg Felmy, Uschi Glas, Werner Peters, S. Schürenberg
Inhalt: Eine Ermordete verschwindet, ein Killer tötet scheinbar wahllos und ein Inspector versucht alles zu ergründen...
Der einzige Unterschied zu seinen Vorgängern besteht in der Tatsache, daß dieser Film statt im Studio in echten Büros oder Wohnungen gedreht wurde und endlich wieder Siegfried Schürenberg als Sir John präsentieren kann. An neuen Gesichtern werden Felmy, Vadim Glowna oder Ingrid Steeger aufgeboten, das Ergebnis ist allerdings nur biederer Durchschnitt. Das Drehbuchpotential wird nie ausgereizt, dafür ist Philipp einfach nicht der richtige Regisseur. Für Wallaceveteran Peters sollte dies der letzte Film werden, er starb während der Promotiontournee im März 1971. S. Schürenberg, als trotteliger Sir John unvergeßlich, starb 93jährig Ende August 1993 in Berlin. Kameramann Karl Löb, verantwortlich für diesen und 13 weitere Wallacekrimis, ging schon im Januar 1983 von dieser Welt.
31.
DAS GEHEIMNIS DER GRÜNEN STECKNADEL
(D/I 1971, R: Massimo Dallamano)
mit J. Fuchsberger, Karin Baal, Fabio Testi, G. Stoll
Inhalt: Mehrere Schülerinnen eines Internats werden das Opfer eines Killers. Was hat die junge Solange damit zu tun...
Dieser durchaus stimmige Psychothriller des Ex - Sergio Leone Kameramann Dallamano hat viel Flair, allerdings werden Fans der alten Wallaceserie weniger Begeisterndes finden. Dennoch bleibt dieser Streifen mit der tollen Musik von Maestro Ennio Morricone ein kleines, noch zu entdeckendes Juwel der Serie. Nahezu vollständig in London gedreht weiß der Film gute Spannungsmomente aufzubauen, die Handlung geradlinig voranzutreiben und angemessen zu unterhalten. Blackie Fuchsberger ist in seinem 12. und letzten Wallace zu sehen, ein mehr als passabler Abschied.
32.
DAS RÄTSEL DES SILBERNEN HALBMONDS
(D/I 1971, R: Umberto Lenzi)
mit Uschi
Glas, Antonio Sabato, Marisa Mell, Petra Schürmann
Inhalt: Die römische Polizei sucht einen Frauenmörder, der bei seinen Opfern einen Halbmondanhänger zurücklässt...
Obwohl dieser Film durchaus spannend zu unterhalten vermag, ist das Ergebnis doch eher ein italienischer Giallo-Thriller als ein Wallacestreifen. Schon der Schauplatz Rom lässt das typisch-englische Flair schmerzlich vermissen, wenn auch die Story gefallen kann. Routinier Lenzi, in den 80ern für seine Kannibalenfilmchen bekannt geworden, versteht durchaus sein Handwerk, auch die Darsteller geben ihr Bestes, dennoch ist der letzte RIALTO-Wallace ein eher schwacher Abgang dieser beispiellos erfolgreichen Reihe.
IV: GUT KOPIERT IST HALB GEWONNEN
Wie
schon anfangs erwähnt, waren 2 Wallaceromane bereits verkauft, als RIALTO/CONSTANTIN
mit der Serienproduktion begann. Als Erster reagierte der Produzent Kurt Ulrich,
als er im August 1960 DER RÄCHERin die Kinos brachte. Der von Karl Anton gedrehte
Streifen präsentierte mit Heinz Drache, Klaus Kinski und Siegfried Schürenberg
zwar später bekannte Darsteller, fällt aber gegenüber den RIALTO Produkten
merklich ab. Das lag vor allem an Regisseur und Drehbuchautor, die beide vorher
nur bei Schlagerfilmchen tätig waren, was dem Streifen letztlich das Genick
brach. Stinklangweilig ist noch eine harmlose Bezeichnung für dieses Stück
Flickwerk.
Doch auch Arthur Brauner mit seiner CCC-Filmkunst wußte es nicht besser.
Zwar
ist DER FLUCH DER GELBEN SCHLANGE (1963 von F. J. Gottlieb) mit Joachim Fuchsberger,
Werner Peters und Eddie Arent prominent besetzt, bleibt aber eindeutig hinter
den Erwartungen zurück. Zu eindimensional, spannungsarm und billig geriet
dieser Versuch, die RIALTO-Erfolgsserie zu kopieren. Resultat dieser Bemühungen
Brauners waren Exklusiv – Verträge Wendlandts für Fuchsberger, Drache, Kinski,
Arent und Schürenberg, die somit für weitere Krimis aus dem Hause CCC nicht
mehr zur Verfügung standen.
Arthur "Atze" Brauner, seit jeher sehr geschäftstüchtig, mußte sich
nach anderen Goldgruben umsehen. Ihm fielen die Romane des Wallacesohns Bryan
Edgar auf, deren Verfilmungsrechte sich CCC flugs sicherte. Die daraus resultierenden
6 Streifen blieben jedoch durchwegs Durchschnitt, wenn nicht gar untere Schublade:
DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN KOFFER (1962
von Werner Klingler)
mit Joachim Hansen und Senta Berger
DER HENKER VON LONDON (1963 von Edwin Zbonek)
mit Hansjörg Felmy und Dieter Borsche
DER WÜRGER VON SCHLOSS BLACKMORE (1963
von Harald Reinl)
mit Karin Dor und Harry Riebauer
DAS PHANTOM VON SOHO (1964 von F. J. Gottlieb)
mit Dieter Borsche und Barbara Rütting
DAS SIEBTE OPFER (1964 von F. J. Gottlieb)
mit Hansjörg Felmy und Ann Smyrner
DAS UNGEHEUER VON LONDON CITY (1964 von
Edwin Zbonek)
mit Hansjörg Felmy und Marianne Koch
Bleibt noch der Rest. Im Zuge der Wallace-Erfolgswelle
entstand 1966 als rein englische Produktion CIRCUS OF FEAR (Das Rätsel des
silbernen Dreieck, R: John Moxey) mit den erprobten Heinz Drache, Christopher
Lee, Klaus Kinski und Eddie Arent. Dieser durchaus sehenswerte Krimi spielt
im Zirkusmilieu und weiß zeitweise schon zu begeistern.
Auch drei der Afrikaromane von Wallace wurden vom Produzenten Harry Alan Towers
in die Kinos gebracht:
TODESTROMMELN AM GROSSEN FLUSS (1963 von
Lawrence Huntington)
mit Richard Todd und Marianne Koch
SANDERS UND DAS SCHIFF DES TODES (1964
von Robert Lynn)
mit Richard Todd und Heinz Drache
DIE PAGODE ZUM FÜNFTEN SCHRECKEN (1966
von Harry A. Towers)
mit Bob Cummings und Klaus Kinski
Allesamt nette Abenteuerfilmchen, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Spaniens Superstümper Jess Franco lieferte
noch den 1970 entstandenen DER TEUFEL KAM AUS AKASAVA ab, der zwar
mit Horst Tappert, Susan Korda und Siegfried Schürenberg aufwartet, aber doch
nur der übliche Schrott des Vielfilmers bleibt. Tragödie am Rande: Die aufstrebende
Darstellerin Susan Korda verunglückte im Sommer 1971 erst 22jährig bei einem
Verkehrsunfall tödlich.
Weitere Bryan Edgar Wallace streifen (die nur lose auf den Vorlagen beruhen) sind die beiden 1969 gedrehten Dario Argento Erstlinge DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN HANDSCHUHE (mit Tony Musante und Mario Adorf) und DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE (mit Karl Malden und Horst Frank) sowie die Jess Franco Schnellschußgranate DER TODESRÄCHER VON SOHO (1971, mit Horst Tappert und Siegfried Schürenberg).
Als letzte Bryan Edgar Verfilmung kam Ende 1971 noch Armando Crispinos DAS GEHEIMNIS DAS GELBEN GRABES (mit Alex Cord und Horst Frank) in die Kinos. Unterer Durchschnitt.
Eine weitere bundesdeutsche Krimireihe entstand nach Vorlagen des Autors Alois Weinert (aka Louis Weinert-Wilson, 1875-1945):
TEPPICH DES GRAUENS (1962 von Harald Reinl)
mit J. Fuchsberger und Karin Dor
DIE WEISSE SPINNE (1963 von Harald Reinl)
mit J. Fuchsberger und K. Dor
DAS GEHEIMNIS DER SCHWARZEN WITWE (1963
von F. J. Gottlieb)
mit O. W. Fischer und Klaus Kinski
DAS GEHEIMNIS DER CHINESISCHEN NELKE (1964
von Rudolf Zehetgruber)
mit Paul Dahlke und Klaus Kinski
Sonstige Wallace-ähnliche Krimis der 60er:
PICCADILLY NULL UHR ZWÖLF (1963 von Rudolf
Zehetgruber)
TIM FRAZER JAGT DEN GEHEIMNISVOLLEN MR. X (1963 von Ernst Hofbauer)
DAS WIRTSHAUS VON DARTMOOR (1963 von Rudolf Zehetgruber)
WARTEZIMMER ZUM JENSEITS (1964 von Alfred Vohrer)
HOTEL DER TOTEN GÄSTE (1965 von Eberhard Itzenplitz)
V. ZWEI REGISSEURE
Harald
Reinl (9.7.1908 - 9.8.1986)
Der Österreicher beginnt seine Karriere
als Skifahrer und Darsteller in Bergfilmen der 30er Jahre, ehe er nach der
Leitung einer Skischule zum Assistenten Leni Riefenstahls bei TIEFLAND (1940-44)
aufsteigt.
1949 dreht Reinl BERGKRISTALL und begründet damit das Genre des Heimatfilms,
in dem er später ebenso arbeitet wie in der Krimi-, Komödien- oder Westernabteilung.
Reinl, der zumeist mit einem festen Stab dreht, versteht sich als Handwerker
und liefert stets solide Arbeit ab.
Mitte der 70er Jahre setzt sich Reinl, der von 1954-68 mit Karin Dor verheiratet
war, auf Teneriffa zur Ruhe und wird dort von seiner dritten Ehefrau erstochen.
Filmographie (außer den oben erwähnten):
Bergkristall 1949, Funk und Sport 1950, Gesetz ohne Gnade 1951, Weiße Hölle Mont Blanc 1951, Hinter Klostermauern 1952, Der Herrgottschnitzer von Ammergau 1953, Der Klosterjäger 1954, Rosen-Resli 1954, Der schweigende Engel 1955, Solange du lebst 1955, Ein Herz schlägt für Erika 1956, Die Fischerin vom Bodensee 1956, Johannisnacht 1957, Die Prinzessin von St. Wolfgang 1957, Die Zwillinge vom Zillertal 1957, Almenrausch und Edelweiß 1957, Die grünen Teufel von Monte Cassino 1958, U 47 1958, Romarei 1958, Paradies der Matrosen 1959, Wir wollen niemals auseinander gehn 1960, Im Stahlnetz des Dr. Mabuse 1969, Die unsichtbaren Krallen des Dr. Mabuse 1962, Der Schatz im Silbersee 1962, Winnetou I 1963, Winnetou II 1964, Der letzte Mohikaner 1964, Winnetou III 1965, Die Nibelungen 1. u. 2 1966/67, Die Schlangengrube und das Pendel 1967, Dynamit in grüner Seide 1967, Der Tod im roten Jaguar 1968, Winnetou und Old Shatterhand im Tal der Toten 1968, Todesschüsse am Broadway 1969, Pepe, der Paukerschreck 1969, Dr. Med. Fabian 1969, Erinnerungen an die Zukunft 1970, Wir haun die Pauker in die Pfanne 1970, Wer zuletzt lacht, lacht am besten 1971, Kommissar X jagt den roten Tiger 1971, Verliebte Ferien in Tirol 1971, Sie liebten sich einen Sommer 1972, Der Schrei der schwarzen Wölfe 1972, Grün ist die Heide 1972, Die blutigen Geier von Alaska 1973, Schloß Hubertus 1973, Ein toter Taucher nimmt kein Gold 1974, Der Jäger von Fall 1974, Botschaft der Götter 1975, Im Dschungel ist der Teufel los 1982 sowie mehrere TV-Dokumentationen
Alfred
Vohrer (29.12.1914 - 3.2.1986)
Der gebürtige Stuttgarter nimmt in den 30er Jahren Schauspielunterricht und wird zu Beginn des 2. Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen. Vohrer verliert in Rußland seinen rechten Arm und arbeitet nach Kriegsende beim Rundfunk. In den 50ern ist er bei Ultra-Film mit Synchronarbeiten beschäftigt, ehe er 1958 sein Spielfilmdebüt abliefert. 1976 entsteht Vohrers letzter Kinofilm, er wechselt danach zum Fernsehen und dreht Folgen für Derrick, Der Alte, Schwarzwaldklinik und Das Traumschiff. Vohrer stirbt in der Nacht des 3. Februar 1986 in einem Münchner Hotelzimmer an Herzversagen, wenige Stunden vor Drehbeginn einer Folge von Der Alte.
Filmographie (außer den oben erwähnten):
Schmutziger Engel 1958, Meine 99 Bräute 1958, Verbrechen nach Schulschluß 1959, Mit 17 weint man nicht 1959, Bis daß das Geld euch scheidet 1960, Unser Haus in Kamerun 1961, Ein Alibi zerbricht 1963, Unter Geiern 1964, Old Surehand 1965, Lange Beine - lange Finger 1966, Winnetou und sein Freund Old Firehand 1966, Sieben Tage Frist 1969, Herzblatt 1969, Das gelbe Haus am Pinnasberg 1969, Perrak 1970, Und Jimmy ging zum Regenbogen 1970, Liebe ist nur ein Wort 1971, Der Stoff aus dem die Träume sind 1972, Und der Regen verwischt jede Spur 1972, Alle Menschen werden Brüder 1972, Gott schützt die Liebenden 1973, Drei Männer im Schnee 1973, Wer stirbt schon gerne unter Palmen 1974, Die Antwort kennt nur der Wind 1974, Verbrechen nach Schulschluß 1975, Der Edelweißkönig 1975, Jeder stirbt für sich allein 1975, Anita Drögemöller 1976, Das Schweigen im Walde 1976
Literatur:
Lexikon des Kriminalfilms (von Meinolf Zurhorst)
Lexikon Regisseure und Kameraleute (von Hans-Michael Bock)
Die Edgar Wallace Filme (von Florian Pauer)
Hallo! Hier spricht Edgar Wallace (von Joachim Kramp)
sowie das unverzichtbare Lexikon des internationelen Films